Mischmasch

Meine Buchvorstellungen sind samt und sonders vorgebloggt. Meistens habe ich rund vierzehn Artikel komplett in petto, deren Erscheinungstermine ich nach Lust und Laune von einem zu einem anderen Samstag verschiebe. Mal dünkt mich ein gerade gelesenes Buch so spannend, dass ich den Post vorziehe oder mal passt vielleicht der Inhalt eines Krimis oder Romans nicht richtig zur aktuellen Jahreszeit, wie etwa das Adventsthema nicht zum Sommer, oder ein Pfingstrosenroman nicht in den Herbst und die Tulpenblüte nicht zum Hochsommer. Tatsächlich kommt es vor, dass ich den Zeitpunkt der Veröffentlichung von Buchvorstellungen zu einer Lektüre, die ich vielleicht nicht ganz so spannend fand, während mehr als zwölf Monaten immer wieder umterminiere und mich selber nicht mehr so richtig an den Inhalt erinnern kann. Wahrscheinlich handelt es dabei um einer weiteren Form der Gärtner-Demenz (wo stecken die im Vorherbst eingebuddelten Frühlingsblüher oder wer hat hier Narzissen gepflanzt?), quasi Sofagärtnerin-Demenz. Und manchmal nehme ich mir die Freiheit, alle meine selbst auferlegten Einschränkungen und Grundsätze über den Haufen zu werfen, wie etwa gerade mit dem Post vom letzten Samstag.

In der Regel schreibe ich einen Artikel pro Woche, so dass der «Vorrat» an noch nicht im Blog erschienenen Posts in etwa konstant ist. Da ich oft mehr als ein Buch pro Woche lese, häufen sich die Notizen, während die dazugehörigen Leseerlebnisse immer mehr verblassen. Darum habe ich mich entschieden, nun einen Mischmasch-Artikel über einige gelesene Bücher zu schreiben, ohne wie gewöhnlich ausführlich auf deren Inhalt einzugehen. Das hat nichts mit Wertung oder Abwertung dieser Lektüre zu tun, sondern mit Zeitmangel. Die Ordnung ist übrigens alphabetisch.

Der erste Band der Blumentöchter-Saga von Tessa Collins (Ullstein Verlag) hat mir nicht besonders gut gefallen und zwar nicht wegen dem geringen hortikulturellen Element. Das Blumige ist mit den floralen Buchtiteln tatsächlich beinahe abgehandelt. Das passende Stichwort wäre «dämliches Verhalten einer allein reisenden Frau in Mexiko». Trotzdem habe ich die anschliessend erschienenen Folgebände auch noch gelesen und werde wohl der Vollständigkeit halber und der Nachwuchs-Sofagärtnerin zu Liebe das noch nicht veröffentlichte Finale («Die Rosentochter») auch kaufen. Lesend geht’s in der Lektüre von der grosselterlichen Gärtnerei in England rund um die Welt, wo die titelgebenden Blumentöchter, sprich Enkelinnen, ihre (richtigen) Wurzeln und wenig überraschend ihr Glück finden. Und zwar in Island, Sri Lanka und Neuseeland, nachdem jede durch Funde im grosselterlichen Nachlass mit irgendwelchen ihre eigene Vergangenheit betreffenden Geheimnissen konfrontiert worden ist.

«Fatale Flora» von Noemi Harnickell (Harper Collins Verlag) über giftige Pflanzen und gemeine Menschen ist das zweite gut recherchierte Buch der Autorin nach «Verstörend betörend» über den Bann von Orchideen. Dieses Mal führt sie in den Giftgarten von Alnwick Castle, der schon etliche Menschen inspiriert hat. Damit spiele ich auf das Schreiben an und nicht aufs Morden. Zu erwähnen war diesbezüglich etwa Maryrose Wood, die Autorin der Poison Diaries, die leider nie beendet worden sind (z.B. hier und hier).

Die quirlige Carol Klein kenne ich aus Gardens Illustrated und dem englischen Fernsehen. In ihrer «Hortobiography» (englisch, Witness Books) blickt die Gartenexpertin auf ein abwechslungsreiches grünes Leben zurück, zu welchem das Führen einer eigenen Gärtnerei, Goldmedaillengewinne an Chelsea Flower Shows und eigene Zeitungskolumnen nur drei hortikulturelle Stichworte von etlichen weiteren sind.

In der Publikation «Lasst uns Beeten – die Kunst ganzjährig schöne Gärten zu gestalten» von Alexandra Lehne (Verlag Edition Michael Fischer) wechseln sich Praxistipps mit gelungenen Fotos ab. Die Anregungen zu verschiedenen Gartenformen wie Waldgarten, Präriegarten, schattiger Garten, Schrebergarten oder Märchengarten stammen von verschiedenen Gartenpersönlichkeiten aus der virtuellen Welt oder aus dem Fernsehen. Mir gefallen hortikulturelle Wortspielereien und ich finde den Titel «lasst uns beeten» genial.

Etliche Publikation von Christopher Lloyd (Great Dixter) stehen auf meinen Regalen, die meisten auf Englisch. Natürlich musste ich die deutsche Übersetzung von «Der wohltemperierte Garten», das vom Insel Verlag als unverzichtbares Standardwerk beworben wird, auch haben. Das umfangreiche Buch nehme ich immer mal wieder zur Hand und lese es etappenweise.

Die begabte Fotografin Sabrina Rothe gibt in ihrer im Wienand Verlag erschienenen Publikation «Gärten – vom Festhalten der Zeit» Einblick in verschiedene Gärten, deren Entwicklung ich teilweise schon länger auf Instagram verfolge. Leider gibt es zu den zu unterschiedlichen Jahreszeiten entstandenen grandiosen Fotos nur sehr wenig Text (u.a. von Antje Peters-Reimann, Anke Schütz). Diesen sehr informativen Text dafür gleich auf Deutsch und Englisch. Ich hätte mehr Informationen zwischen zwei Buchdeckeln als Ergänzung zu den Internet-Häppchen in den sozialen Medien der Zweisprachigkeit geschätzt, aber so ist natürlich der potentielle Käuferkreis für diese optisch und haptisch zweifellos überzeugende Publikation deutlich grösser. Und wenn ich meine Buchkäufe vorab zu wenig auf ihren tatsächlichen Inhalt recherchiere, ist das nur mein Fehler.

Liebhaber von schwarzem Humor mit grünem Hintergrund mögen Gefallen am Kriminalroman «Tulpenfrieden» von A.C. Scharp (Eigenverlag) finden. Elisabeth Wackernagel hinterlässt etliche wenig Sympathie weckende Erben in Schockstarre. Doch die Hinterbliebenen trauern mehr um das entgangene Erbe als um die Verstorbene, die ihr ganzes Vermögen der Haushälterin vermacht hat.

 

 

Alle in diesem Beitrag erwähnten Bücher habe ich selber gekauft. Ich bin niemandem gegenüber in irgendeiner Weise verpflichtet und generiere keine Einnahmen aus den im Sofagarten vorgestellten Büchern.

 

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