Anne Jacobsson: Blumen machen’s auch nicht besser  

Als Tochter von Inhabern einer grossen Gärtnerei ist der Ich-Erzählerin Flora Huber die Liebe zu allem was grünt und blüht bereits in die Wiege gelegt worden. Die junge Frau steht vor dem Abschluss des Landschaftsarchitekturstudiums und plant ihren Berufseinstieg. Eigentlich hat sie beabsichtigt, den elterlichen Betrieb um den Geschäftszweig Gartengestaltung zu ergänzen, da sie diese Verbindung als logisch und vorteilhaft betrachtet. Doch inzwischen zweifelt sie, ob sie mit Gartenplanung und Umsetzung dieser Ideen genügend Aufträge generieren kann und überlegt sich Alternativen für die Gründung eines eigenen selbständigen Unternehmens.

Für ihren Freund Adrian, einen gut situierten Geschäftsmann, der selber im Betrieb seiner Familie arbeitet, ist es zweitrangig, ob Flora gut verdient oder nicht. Er möchte mit ihr sowieso zeitnah den Bund der Ehe schliessen und bald Vater eines Erben werden, damit die nächste Generation für die Firma gesichert ist. Während Flora sich langfristig die Gründung einer Familie mit ihrem Partner durchaus wünscht, hat sie für die nähere Zukunft andere Pläne. Wozu hat sie jahrelang studiert? Sie will nun erst einmal berufliche Praxis sammeln, das Erlernte anwenden und ihr eigenes Geld verdienen. Die traditionellen Vorstellungen ihres Partners von Ehe und Kindern und ihr Part in dieser Konstellation stimmen nicht vollumfänglich mit ihrem Lebensentwurf überein.

Schliesslich verabschiedet sich Flora von der Idee einer Selbständigkeit mit Gartengestaltung und eröffnet einen Blumenladen. Planen, einrichten und eröffnen des Geschäfts, das an die elterliche Gärtnerei angegliedert ist, verlangen ihr volles Engagement und gleichzeitig zieht sie mit Adrian in ein neu gebautes Haus. Es läuft viel und nicht alles rund. Stichworte sind da Unfälle, Feuer und Flora wird Tante. Und auch einen ersten Auftrag für eine Gartenumgestaltung kann sie ergattern.

Mit dem Entschluss, den Schritt in die Selbständigkeit mit der Führung eines eigenen Blumenladens zu wagen, kann Flora gleich mehrere Talente ausleben. Ihre floralen Kreationen sind gefragt. Sie hat einen guten Draht zu Kunden und Kundinnen und erfährt für die perfekte Blumenstrauss-Beratung oft sehr private Dinge. Ein durchaus sympathischer und zahlungskräftiger Kunde weckt ihren Argwohn, als sich plötzlich eine Verbindung zu geben scheint zu einem Betrug, der Floras Freundin Isa betrifft. Zusammen mit ihrem Vermieter, einem pensionierten Kriminalbeamten, versucht sie in Sachen Lovescam zu recherchieren. Die Ich-Erzählerin, die mir ehrlich gesagt, nicht immer ganz grün (oder eben sympathisch) war, macht eine positive Entwicklung durch. Dabei verändern sich diverse Perspektiven und die Leserin ist dann doch überrascht angesichts von Entscheidungen, die sie nicht unbedingt erwartet hätte.

 

Anne Jacobsson:
Blumen machen’s auch nicht besser
Scan Torg AB, 2024

 

Alle in diesem Beitrag erwähnten Bücher habe ich selber gekauft. Ich bin niemandem gegenüber in irgendeiner Weise verpflichtet und generiere keine Einnahmen aus den im Sofagarten vorgestellten Büchern.

 

 

 

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