K.A. Hitchins: The Gardener’s Daughter

Die neunzehnjährige Ava Gage hat eine behütete Kindheit erlebt. Ihre Mutter ist gestorben, als sie ein Kleinkind war, aber eingebettet in eine Art Patchworkfamilie aus dem brillanten Wissenschaftler Theo Gage, seinen Vertrauten Paloma und Marcus hat es Ava weder an Liebe und Zukunftsperspektiven noch an irgendetwas anderem gefehlt. Der einundsechzigjährige Philanthrop Theo forscht seit vielen Jahren zum Thema biologischer Pflanzenschutz. Zusammen mit seinem Junior Partner Marcus hat er ein ionisiertes Wassersystem entwickelt, das die Fruchtbarkeit afrikanischer Böden verbessern soll

Gerade hat Ava sich darüber gewundert und auch ein wenig zurückgewiesen gefühlt, dass ihr Vater ohne sie vorher über seine Pläne zu informieren, nach Afrika verreist ist. Als Ablehnung empfindet sie auch, dass er Marcus die stellvertretende Leitung von Greenacres, seinem vor rund zwei Jahrzehnten gegründeten weltbekannten Gartencenter und Forschungsinstitut, anvertraut hat und eben dieser Marcus nun den Ablauf ihrer Ausbildung im Familienbetrieb abgeändert hat. Statt im Blumenladen, den sie mit frischen Ideen umorganisieren und finanziell profitabler machen will, soll Ava nun im Labor arbeiten.

Als Avas Patenonkel sie gleichentags bittet, aus dem streng vertraulichen Büro ihres Vaters ein Dossier zu holen, zögert die gekränkte junge Frau erst aus Gründen der Loyalität, entspricht dann aber doch dem scheinbar dringenden Wunsch. Bei der Erfüllung der Bitte stösst Ava auf ihre Geburtsurkunde und erfährt, dass Theo Gage nicht ihr leiblicher Vater ist. Die gänzlich unerwartete Entdeckung erschüttert sie und stellt ihr ganzes Selbstverständnis in Frage.

Alle ihr Nahestehenden müssen von dem Geheimnis wissen. In ihrer Wut und Enttäuschung mag sie sich auch Paloma, die wie eine Mutter für sie ist, nicht anvertrauen. Mit dem Dossier, der Urkunde, Geld und Kreditkarte aus Theos Safe verlässt sie heimlich ihr Daheim. Sie will, nein, sie muss unbedingt ihren leiblichen Vater finden.

Sie engagiert einen jungen Privatdetektiv, dem sie aber nicht wirklich vertraut, und ergattert einen Job als Reinigungshilfe in einem Feriencamp, in dem einst auch ihre Mutter gearbeitet hat. Erst wenige Wochen ist es her, dass grosse Mengen an Weihnachtssternen im Gartencenter für festliche Stimmung gesorgt haben. Mit ihrem Wegrennen hat Ava jegliche emotionale und finanzielle Unterstützung hinter sich gelassen. Obwohl sie bald zu zweifeln beginnt, ob ihre Reaktion auf das Finden der Geburtsurkunde angebracht war, lässt es ihr Stolz nicht zu, sich bei ihren Nächsten zu melden. Auch nicht, als ihre geringe Geldreserve gestohlen wird und sie bemerkt, dass das Feriencamp für etliche Angestellte alles andere als ein vergnüglicher Ort ist. Wer lügt und wem kann Ava vertrauen?

 

 

K.A. Hitchins:
The Gardener’s Daughter
Instant Apostles, 2018

 

Alle in diesem Beitrag erwähnten Bücher habe ich selber gekauft. Ich bin niemandem gegenüber in irgendeiner Weise verpflichtet und generiere keine Einnahmen aus den im Sofagarten vorgestellten Büchern.

 

 

 

 

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