Im Lauf von fünfundsiebzig Jahren hat sich der Keukenhof zu einem weltweit bekannten Frühlingspark entwickelt. Das mit dieser Berühmtheit verbundene Besuchsaufkommen verpflichtet den Parkdirektor, mit seinem Team in den knapp zwei Monaten, in welchen im grössten Blumenzwiebelblüher-Meer geschwelgt werden kann, für permanente blumige Höhepunkte zu sorgen. Doch nun hat ausgerechnet unmittelbar vor der jährlichen Eröffnung jemand rund sechshundert Tulpen zerstört. Und zwar nicht irgendeine Sorte, sondern die «Miss Universe», eine preisverdächtige neue Eigenzüchtung des Direktors und Favoritin bei der Wahl der diesjährigen Tulpe des Jahres.
Zacharias Muis, der Direktor des Keukenhofs, ist deshalb am Boden zerstört. Die «Miss Universe» ist seiner Meinung nach die schönste je gezüchtete Tulpensorte – tiefschwarz mit goldenen Streifen. Ein einziges Exemplar der Sorte hat den Frevel überlebt. Die Polizei zeigt sich wenig beeindruckt und will nichts unternehmen, weshalb Muis die Amsterdamer Hausbootdetektive damit beauftragt herauszufinden, wer ihn vernichten will. Der Anschlag auf den sogenannten Garten der neuen Stars auf dem Keukenhof-Gelände ist nicht das einzige Delikt. Eine Mitarbeiterin des Parks wird überfallen und eine andere verschwindet spurlos.
Während Zacharias Muis die letzte «Miss Universe» sorgfältig eingetopft hat und nun keinen Schritt mehr ohne die kostbare Tulpe übernimmt, versuchen Arie, ein ehemaliger Polizist und Gründer der bunt zusammengewürfelten Hausboot-Detektei, und sein Team, den Auftrag erfolgreich abzuschliessen. Die Nachforschungen führen in die Niederländische Blumenzüchterszene und eine Hausboot-Detektivin wird als Praktikantin in Keukenhof-Team eingeschleust. Eine Spur lenkt die Aufmerksamkeit schliesslich auf Klimaaktivisten. Die Sache mit den zerstörten Tulpen ist relativ schnell geklärt; doch im Fokus der Ermittlungen steht plötzlich nicht mehr die Sabotage der Frühlingsblüher. Sind die Verantwortlichen für die Wühlmausplage tatsächlich auch in die anderen Geschehnisse mit der verletzten und der vermissten Frau verwickelt?
Das Ende des Krimis knüpft auf makabre Weise mit den zunächst makellosen Tulpenblütenteppichen in den Beeten des Keukenhofs an. Die Wendung der Lektüre nach rund zwei der Drittel des Krimis sorgt für einen weiteren Spannungsbogen. Da ich diesen fünften Band der Reihe um die Hausboot-Detektive unabhängig von den ersten vier Büchern gelesen hatte, brauchte ich eine Weile, bis ich die Verbindungen dieser speziellen Charaktere des Detektivteams verstanden habe.
Amy Achterop:
Tödliche Blüten (Die Hausboot-Detektei, Band 5)
Fischer Verlag, 2025
Alle in diesem Beitrag erwähnten Bücher habe ich selber gekauft. Ich bin niemandem gegenüber in irgendeiner Weise verpflichtet und generiere keine Einnahmen aus den im Sofagarten vorgestellten Büchern.